Hier schreibe ich über meine Erlebnisse, die ich so über den Tag habe, wobei das Hauptthema wohl die Männer und die Liebe sein wird!
Ich habe es lange vermieden, hierüber zu schreiben, weil es mir einfach schwer gefallen ist oder ich einfach nicht die passenden Worte gefunden habe. Es fällt mir auch immer noch schwer und ich werde auch jetzt nicht die passenden Worte finden, aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss es mir gerade von der Seele schreiben.....
Meine Mutter ist am 01.04.2011 gestorben! Bis zu diesem Tag hat sie gekämpft und war eine der tapfersten und stärksten Frauen, die ich jemals gesehen habe. Angefangen hat alles eigentlich vor 15 Jahren. Da hatte meine Mutter Unterleibskrebs und sie haben ihr die Gebährmutter entfernt. Sie hatte auch eine Chempthearpie bekommen, die sie sehr geschwächt hat und wobei ihr die Haare ausgefallen sind. Zudem wurde dabei eine Niere so angegriffen, dass nur noch eine richtig funktionsfähig war - womit man aber ganz gut leben konnte. Sie hatte sich davon eigentlich sehr gut erholt und bis im April 2010 hatte sie auch Ruhe davor. Es wurde Krebs an der Blase festgestellt. Leider konnte man das nicht mit einer Chemo behandeln, so dass man ihr die Blase entfernen musste. Wenn es dabei geblieben wäre, wäre sie damit ganz gut klar gekommen, aber dabei sollte es ja nicht bleiben. Danach kamen mehrere OP´s am Darm, bis sie schließlich auch einen künstlichen Darmausgang bekam..... Zudem wurde festgestellt, dass sie einen weiteren Tumor im Becken hatte, den man nicht operieren und nur darauf hoffen konnte, dass er nicht zu schnell wächst. Zum Schluss musste sie ihr das rechte Bein bis übers Knie abnehmen, da dort die Durchblutung gestört war und man nichts mehr machen konnte. Meine Mutter wog zum Schluss wohl nur noch 39 Kilo oder so.... Es war sehr schlimm zu sehen, wie sie immer mehr abgebaut hat. Das Schlimmste war allerdings, dass man ihr nicht helfen konnte.... Als wir donnerstags nochmal im Krankenhaus waren, weil sie Schmerzen hatte bzw. die Wunde am Bein nicht gut verheilte, zog uns der Arzt zur Seite und sagte uns, dass er sie nicht im Krankenhaus behalten möchte, sondern dass sie die letzte Zeit, die ihr verbleibt noch zu Hause verbringen soll. Das war das erste Mal, dass mir so richtig bewusst wurde, dass meine Mutter sterben wird. Als wir wieder nach Hause gefahren sind konnte man zugucken, wie es ihr schlechter ging. Sie schaute nur noch in den Himmel und nahm nichts mehr wahr. Sie trank nicht mehr und wir mussten sie zwingen, etwas zu trinken. Essen konnte sie auch nichts mehr und ihre Tabletten konnte sie auch nicht mehr schlucken. Am Freitag kam morgens noch der Pflegedienst und hat sie gewaschen und frisch gemacht. Um 14 Uhr kam der Hausarzt und auch er war erschrocken, wie schnell meine Mutter abgebaut hatte. Ich bin an diesem Tag zu Hause geblieben, weil ich total erkältet war. Ich saß sehr oft an dem Bett meiner Mutter und habe ihre Hand gehalten. Ich habe viel mit ihr geredet, auch wenn ich nicht wusste, ob sie es überhaupt hört. Irgendwann hatte sie einen hellen Moment und sagte mir, dass sie mich liebt hat. Wir haben uns gedrückt und in diesem Moment war so voll da. Um 16 Uhr rief mich meine Oma ins Wohnzimmer, wo meine Mutter lag und meinte, dass sie glaubt, dass meine Mama eingeschlafen sei..... und sie war eingeschlafen, für immer. Ich weiß, für meine Mutter ist es das Beste und das Schöne ist, dass wir alle da waren, aber es ist alles so unfair..... Meine Mutter wird nie erleben, wenn ich heirate oder sie wird auch nie ihre Enkelkinder kennenlernen.... Das tut so verdammt weh. Dabei hat sie sich nichts mehr gewünscht, als einmal Oma zu werden. Vielleicht schreibe ich diese Zeilen kalt oder es kommt kalt rüber, aber wenn ihr mich jetzt sehen könntet, dann würdet ihr mein verheultes Gesicht sehen..... Um ehrlich zu sein habe ich noch nicht richtig realisiert, dass meine Mutter nicht mehr wieder kommt. Sie war im letzten Jahr so oft nicht da, da sie viel im Krankenhaus war, so dass man es irgendwie gewöhnt ist, sie nicht ständig um einen zu haben. Wenn ich vor ihrem Grab stehe und ihren Namen lese, kann ich es einfach nicht glauben. Jetzt sind mein Stiefvater und ich alleine..... Es tut wirklich weh, dass sie nicht mehr da ist und ich kann meine Gefühle eigentlich auch gar nicht beschreiben. Ich hoffe nur, dass es ihr, da wo immer sie jetzt auch ist, gut geht. Und ich hoffe, dass sie stolz auf mich ist, so wie ich alles meister und ich hoffe, dass ich nur ein bisschen Kraft und Stärke von ihr mitbekommen habe......
Ich vermisse meine Mutter so sehr und sie fehlt an allen Ecken und Kanten.
Ich glaube ich weiß jetzt, wieso ich es so lange vermieden habe, darüber zu schreiben, weil es jetzt einfach aus mir heraus bricht. Ich gebe gerne die Starke, wenn auch nicht wirklich bewusst. Ich weine in Gegenwart von anderen nicht um meine Mutter, sondern tröste sie. Ich meistere alles wirklich gut und viele bewundern das. Vielleicht komme ich so auch irgendwie gefühlskalt rüber, aber wie es in mir aussieht, weiß glaube ich keiner. Nach außen hin lache ich vielleicht, aber mein Herz ist ständig am Weinen.
Ich hoffe, ich werde nur annährend so eine tolle und starke Frau wie meine Mutter!